Ein Plan, der nur mit mehr Druck aufgeht, ist kein guter Plan. Das klingt logisch, solange man es liest. Im Alltag fragen wir trotzdem oft zuerst: Was will ich diese Woche schaffen? Seltener fragen wir: Was kann ich diese Woche zuverlässig tragen? Zwischen diesen Fragen liegt für mich der Unterschied zwischen einem Plan, der Leistung voraussetzt, und einem Plan, der die eigene Kapazität ernst nimmt.
Warum dein Plan fast immer zu voll ist
Wenn eine Wochenplanung regelmäßig nicht aufgeht, muss das nicht an mangelnder Willenskraft liegen. Häufig entsteht ein Plan aus dem idealen Ablauf: Wir sehen die einzelnen Schritte vor uns und stellen uns vor, wie es laufen soll. Vergleichbare frühere Wochen, Unterbrechungen und die eigene schwankende Energie bekommen dabei weniger Gewicht.
In der Forschung wird dieses Muster als Planungsfehlschluss beschrieben. Roger Buehler, Dale Griffin und Michael Ross zeigten 1994, dass Menschen die Dauer eigener Aufgaben häufig zu optimistisch einschätzen. Beim Vorhersagen konzentrierten sie sich vor allem auf das geplante Zukunftsszenario. Wurden sie ausdrücklich dazu angehalten, passende frühere Erfahrungen einzubeziehen, wurden die Schätzungen realistischer.
Daniel Kahneman und Amos Tversky unterscheiden dazu zwischen der Innensicht auf den konkreten Fall und Informationen aus vergleichbaren Fällen. Für meine Planung heißt das: Ich schaue nicht nur darauf, wie die kommende Woche funktionieren soll. Ich frage auch, was in ähnlich vollen Wochen tatsächlich tragbar war.
Ein zu voller Plan ist deshalb nicht automatisch ein persönliches Versagen. Er kann schlicht auf Annahmen beruhen, die für einen guten Tag passen, aber keinen Raum für einen gewöhnlichen oder schwierigen Tag lassen.
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