Eine berufliche Richtung muss nicht weitergeführt werden, nur weil viel Zeit, Energie und Identität darin steckt. Das ist schnell gesagt. Schwer wird es, wenn du mittendrin bist und jeder Monat, den du schon investiert hast, gegen das Aufhören spricht.

Der Gedanke dahinter hat einen Namen

In der Forschung heißt er Sunk-Cost-Effekt. Arkes und Blumer beschrieben ihn 1985 als die stärkere Neigung, ein Vorhaben fortzusetzen, sobald man Geld, Mühe oder Zeit hineingesteckt hat. In einer ihrer Untersuchungen ging es um Theater-Abonnements: Wer mehr bezahlt hatte, besuchte in den folgenden sechs Monaten mehr Vorstellungen. Als Motiv nennen die Autoren den Wunsch, nicht verschwenderisch zu wirken.

Verwandt ist die Eskalation der Bindung. Staw zeigte 1976 in einem Rollenspiel mit Wirtschaftsstudierenden, dass negative Ergebnisse Entscheider dazu bringen können, noch mehr Mittel nachzulegen. Für eine ehrliche Einordnung gehört dazu: Spätere Wiederholungen dieses Befunds fielen unterschiedlich aus. Ein Versuch von 2021 fand keinen Beleg, einer von 2022 ein gemischtes Ergebnis. Das Phänomen ist beschrieben. Wie stark es ist und wann es auftritt, ist weniger klar, als es oft dargestellt wird.

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