Warum Reisen nicht weit sein muss, um die Perspektive zu verändern, habe ich am vergangenen Wochenende auf einer Zugfahrt von Berlin nach Hamburg verstanden. Rund zwei Stunden lagen zwischen mir und einem Freund, den ich seit anderthalb Jahren nicht gesehen hatte. Die größere Entfernung war nicht die zwischen zwei Städten. Sie war in der Zeit entstanden, in der wir keinen Kontakt hatten – und in allem, was unausgesprochen geblieben war.
Die Reise begann mit einer kurzen Nachricht
Seit dem Kontaktabbruch hatte ich fast jeden Tag an unsere Freundschaft gedacht. Damals war mir selbst vieles zu viel. Ich hatte eigene Probleme und brauchte Abstand. Die Grenze war in diesem Moment notwendig – trotzdem verschwanden damit weder die gemeinsamen Erinnerungen noch das Gefühl, einen wichtigen Menschen zu vermissen.
Vor ungefähr zwei Wochen wollte ich nicht länger nur an die gute gemeinsame Zeit zurückdenken. Ich wollte herausfinden, ob zwischen uns noch etwas entstehen kann. Also schrieb ich ihm spontan. Keine lange Erklärung, kein perfekter Einstieg. Nur eine ehrliche Nachricht. Er freute sich riesig und war gleichzeitig überrascht. Aus dem ersten Gespräch wurde schnell der Plan für ein Wochenende in Hamburg.
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